Partnerschaft mit Endulini

endunini12014 feierten wir

25 Jahre Patenschaft mit Endulini –
ein Grund zur Freude!

25 Jahre Partnerschaft mit Endulini –
ein Grund um dankbar zu sein!

14-10-05---endulini

 

 

Sigrid Fischer organisiert seit 25 Jahren die Patenschaft mit dem Kindergarten in Endulini. (Südafrika) Endulini liegt leider auf der Seite der drei großen A in Südafrika, die da sind: Arbeitslosigkeit, Armut und AIDS.

Ohne sie, ihren Mann und vielen Spendern aus der Durlacher Kirchengemeinde, wäre dort der Kindergarten nicht entstanden, denn dieser Kindergarten wurde allein aus Spendengeldern der Kirchengemeinde Durlach finanziert. Mittlerweile bekommen dort täglich ca. 60 -70 Kindergartenkinder eine warme Mahlzeit, die ebenfalls über Spendengeldern finanziert wird. Nun werden die Rücklagen für Reparaturen an dem Gebäude knapper, da jetzt zusätzlich die Bezahlung der Erzieherinnen von der Patenschaft übernommen werden muss…

endulini2Jeder Cent zählt…
Mit Ihrer Spende helfen Sie, das Allernötigste für
den täglichen Bedarf im Kindergarten bereitzustellen:
Nahrungsmittel, Material, Stifte, Spielzeug,
Medizin und Kleidung.

Spendenkonto:
Ev. Stadtkirchen – Gemeinde Durlach
IBAN: DE13 661900 0000 56536809
Volksbank Karlsruhe
Stichwort: Endulini -Kindergarten

 

 

 

Wissenswertes aus Endulini

In Südafrika sind neben der kulturellen und landschaftlichen Vielfalt die wirtschaftlichen und sozialen Gegensätze. Da sind auf der einen Seite:
– Farbige und Schwarze und Weiße gemeinsam studierend an Universtäten mit international vergleichbaren Abschlüssen, internationale Zusammenarbeit der Universitäten auf hohem Niveau – so wie unser Jerome Slamat (einige erinnern sich an ihn), einer der Direktoren an der Universität in Stellenbosch weltweit unterwegs ist-, das Wachstum einiger Wirtschaftszweige, Tourismus in einigen Regionen, große Rohstoffvorkommen, wachsender Mittelstand.

Aber es gibt auch leider die andere Seite: hohe Arbeitslosigkeit, man spricht von 39 %, in Gegenden wie Endulini um die 50%. Die sozialen Spannungen sind aufgrund enttäuschter Hoffnungen nach wie vor stark. Es wird zu Streiks in Bergbau und Landwirtschaft aber auch in Schulen aufgerufen– so wie es in der King Sabatho Schule, die einer der Stadtkirchenpaten besucht, zu Streiks und Schießereien gekommen ist. Die genauen Gründe kenne ich nicht, aber es ist kein Geheimnis, dass in Südafrika Unregelmäßigkeiten und Vetternwirtschaft und leider auch Korruption eine Rolle spielen. Es mag auch eine Überforderung der Bürokratie der Schulbehörden in einigen Teilen des Landes vorliegen wie z.B. in der Ostkapregion oder der Provinz Limpopo, ist doch der Anteil der Mittel für das Bildungswesen relativ hoch (20% aller staatlichen Ausgaben). Doch die nötigen Lehrer werden nicht zur Verfügung gestellt. Das gleiche gilt für den Bereich des Gesundheitswesens.

Ich bin kein Experte für Südafrika und ich maße mir nicht an, darüber zu urteilen. Doch ein Grund für manche Fehlentwicklung war vermutlich das BEE- Gesetz, das Black Economic Empowerment Gesetz, wonach vorrangig Schwarze auf Staatsstellen und auch in der Wirtschaft eingestellt werden mussten, ( Beispiel: Sohn von Ronnie), obwohl die Qualifikation nicht unbedingt vorhanden war und nicht vorhanden sein konnte aufgrund der Apartheids- Schulpolitik. Dieses Gesetz ist zum Teil zurückgenommen, aber die Auswirkungen machen sich in Politik und Wirtschaft bemerkbar.

Die anfängliche Frage war: Ist es denn immer noch nötig, dass wir die Kinder in Endulini unterstützen? Endulini liegt leider auf der Seite der drei großen A in Südafrika,: die da sind: Arbeitslosigkeit, Armut und AIDS. Die Arbeitslosigkeit und damit die Armut in Endulini ist hoch. Heute ist eine ganze Generation an Aids erkrankt und oft müssen die Großeltern die Fürsorge für die Kinder übernehmen, weil die Eltern schwer erkrankt oder gestorben sind, im Kindergarten bei rund 25% der Kinder.

Für unsere Arbeit ist es besonders schmerzlich, dass sich die Kindernothilfe fast völlig aus Südafrika zurückgezogen hat, hat sie doch die Gehälter für die Erzieherinnen gezahlt. Wir verstehen die Argumentation, dass der Staat seinen Verpflichtungen für die 5-6jährigen und dem entsprechenden Lehrergehalt nachkommen solle – doch er tut es nicht, trotz hartnäckigen Nachhakens der Leiterin Olpha Mshweshwe. Außerdem sind in unserem Kindergarten ja auch noch die 3-5 jährigen und die Eltern können nur minimale Beiträge zahlen, wenn überhaupt. Unsere Gemeinde zahlt nun -dank Ihrer Spenden- nach wie vor vierteljährlich einen Betrag von 800.- Euro für die Kinder, aber für eine gewisse Zeit auch einen Minimumbetrag für das Gehalt einer Erzieherin und einer Hilfskraft, kommen doch täglich an die 60-70 Kinder. Aber das kann nur für eine gewisse Übergangszeit möglich sein, sind unsere Mittel doch beschränkt und das Polster (eigentlich für die Bauerhaltung und Notfälle angesammelt)nimmt ab.

Aus Kindergartenkindern werden Schüler, die aber je nach Schule einen Beitrag für Hefte, Bücher, Schuluniform, z.T. Unterkunft bezahlen müssen. Auch das können sich viele Eltern nicht leisten. So haben Menschen in unserer Gemeinde die Patenschaft für Masizakhe und Sissanda übernommen. (Nur zur Information: Die Konten werden getrennt geführt, ob Endulini Kindergarten oder Endulini Paten).

Die Partnerschaft mit Endulini ist aber weit mehr als eine materielle Hilfe, die dringend benötigt wird. Sie ist Ausdruck der weltumspannenden Solidarität und konkrete Gestalt geistlicher Gemeinschaft. Unser Glaube und die Gemeinschaft im Mahl des Herrn ist die Begründung dafür, dass wir uns mit den Menschen in Endulini verbunden wissen. Im Abendmahl wissen wir uns gemeinsam unter dem Segen des Herrn. Partnerschaft – das ist auch das Gebet anderer für uns und unser Gebet für sie.

Südafrika, die Regenbogennation Gottes, (wie Bischof Tutu sie benannt hat), ist noch in einem Übergangsprozess. Sie geht noch durch die Wüste wie damals Mose nach der Befreiung aus Ägypten. Es ist noch ein Riss im Regenbogen, ein noch einzulösendes Versprechen, an dem wir mitarbeiten können.

Mein Dank geht – auch im Namen von Olpha Mshweshwe und der Kinder aus Endulini – an die Unterstützerinnen und Unterstützer unserer Stadtkirchen-Gemeinde, die diese Partnerschaft zum Teil seit fast 25 Jahren mittragen, unseren Kindergärten hier in Durlach, die Endulini immer wieder ins Bewusstsein rufen und lebendig bleiben lassen.

Wenn Zulus „Danke“ sagen, benutzen sie diese Worte: „Dass ihr auch morgen nicht müde werdet, Gutes zu tun“. So möchte auch ich Ihnen danken und Sie ermutigen für das Morgen – Gottes Segen begleite Sie.
Schließen möchte ich mit einer südafrikanischen Weisheit, einer Lebenseinstellung der teilenden Gemeinschaft. Nelson Mandela sagt: „In Afrika haben wir etwas, das ubuntu heißt. Es bedeutet, wir erkennen an, dass wir nur aus dem Grund Menschen sind, weil es andere Menschen gibt.“ Ich bin weil wir sind. Wir sind, weil ich bin.

Danke.

Sigrid Fischer, am 14.Juli 2013 in der Stadtkirche Durlach